Eindrücke einer autonomen Busfahrt im Hamburg

Eindrücke einer autonomen Busfahrt im Hamburg

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

In diesem Beitrag geht es weniger um technische Tricks oder interessante Ideen. Vielmehr werde ich ein wenig erzählen, wie es sich anfühlt als Beifahrer eines selbstfahrenden Busses in der Hafencity unterwegs zu sein.

Projekt HEAT

Das Projekt HEAT ist eine Zusammenarbeit von Hochbahn, der Stadt Hamburg, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und weiteren Unternehmen und Einrichtungen. Der Name steht für „Hamburg Electric Autonomous Transportation“ und erforscht die Machbarkeit von autonomen Systemen in der Stadt Hamburg für mehr öffentlichen Personennahverkehr, der attraktiv und gleichzeitig umweltschonend ist.

Werbeclip von der Hochbahn

Seit ein paar Jahren blicke ich immer mal wieder auf das Projekt HEAT und habe bereits in der Vergangenheit ein paar Videoaufnahmen von diesem Bus gemacht.

Außenaufnahme eines fahrenden Heat-Busses unter manueller Steuerung

Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass man eine Probefahrt machen kann. Hierbei durfte ich ein Video von innen, während der Fahrt und im autonomen Betrieb aufnehmen. Leider ist der folgende Clip leider relativ kurz. Ich wollte an einem weiteren Tag noch ein paar Aufnahmen machen, aber leider hat an dem Tag die Technik gestreikt.

Innenaufnahme des autonomen Busses im selbstfahrenden Modus

Im Allgemeinen muss ich sagen, dass ich doch sehr überrascht war, wie schnell man vergisst, dass sich der Bus von alleine bewegt. Die Beschleunigung ist sanft und doch zügig und ich habe nicht in keiner Form Unsicher gefühlt, ob wohl die Software nur sehr eingeschränkt funktionsfähig war. Passanten wurden nach eigener Beobachtung mehrfach übersehen, die Bremsung des Fahrzeugs war sehr stark und das System war nicht wirklich vorausschauend was Hindernisse und Ampeln anging.

Trotzdem bin ich sehr dankbar, eine komplette Stunde lang die Fahrweise von der Rücksitzbank aus beobachten zu dürfen und technische Gespräche über den technischen Aufbau, die Datengrundlage und die Pläne der nächsten Schritte des Projektes zu erfahren. Die Software befindet sich natürlich ein einem Test-Stand und hat bei weitem nicht so viele Daten zum lernen, wie die Unternehmen Tesla und Waymo.

Soweit ich das aber richtig gesehen habe, läuft die Haltestellen-Anzeige über ein Webinterface. Im Grunde genommen leuchtet das sofort ein, warum man sich dafür entscheiden hat, aber trotzdem fand ich es faszinierend, wie sich beim Neustart ein Linux-Desktop aufbaut und dann ein Browser startet und in den Vollbild-Modus wechselt.

Bei der Datengrundlage wurde ein photogrammetrisches Modell auf der Grundlage von Daten einer UAV-Befliegung gerechnet. Des weiteren habe ich erfahren, dass alle Schilder, Standen, Lampen und sonstige Objekte vorab erfasst wurden und diese Daten täglich aktuell gehalten werden. Ob bei der Datengrundlage auch Laserscanning-Daten einfließen, konnte ich leider nicht herausfinden.

Ich würde mich sehr freuen im nächsten Jahr bei der größeren Strecke wieder dabei zu sein. Des weiteren wünsche dem Team hinter dem Projekt viel Erfolg und frohes Schaffen. Wer weiß, vielleicht fahren bald auch vollständig autonome Busse im Hamburger Verkehrs-Mix. Was die U5 angeht dürfen wir uns schon in voraussichtlich 7-10 Jahren auf einen ersten komplett autonomen Betrieb einer U-Bahn-Linie einstellen. Vielen Dank an die Hochbahn und die Stadt Hamburg die sich für nachhaltigen und zukunftsweisenden Verkehr einsetzt.

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